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Mailabsender gesucht!

(Erledigt) Vor kurzem erhielten wir eine Mail von einem Nutzer, der interessante Vorschläge zur Farbgestaltung der Tabelle in der Werkbesprechung Toccata und Fuge d-moll (“dorische”) / BWV 538 unterbreitete. Doch leider stimmte die angegebene Mailadresse des Absenders nicht, so dass bislang keine Kontaktaufnahme möglich war. Der betreffende Nutzer mit den Initialien F. S. möge sich daher bitte noch einmal mit der korrekten Mailadresse an uns wenden. Vielen Dank!

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Entstehungszeit: (?)

Die spärliche Quellenlage, die kaum Schlüsse auf die Entstehungs- und Rezeptionsgeschichte der Komposition erlauben, und ihre im Vergleich zu Bachs Triosonatensätzen etwas geringere Qualität haben diesem schönen Adagiosatz ein gewisses Mauerblümchenschicksal unter Bachs Trios beschert. Da auch mit Frühfassungen der Triosonatensätze zusammen überliefert, liegt die Vermutung nahe, es dem Vorrat derjenigen Triosätze zuzurechnen, aus dem Bach bei der Zusammenstellung und Redaktion seiner Triosonaten schöpfte (BWV 525-30; Leipzig um 1730). Überlieferungslage und das Fehlen ausgesprochen Bachischer Charakteristika könnten hartnäckig Zweifelsüchtige dazu verführen, die Authentizität des Trios in Frage zu stellen. Nähe zu Bach zeitigt der Umstand, daß der knappe thematische Hauptgedanke des Trios eine gewisse Verwandtschaft zum Themenkopf der g-moll-Fuge (BWV 542) aufweist

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 – und sich für den in Takt 24 erstmals auftauchenden Gedanken

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ebenfalls eine Entsprechung im Trio findet (Takt 97ff.):

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Auch die Formulierungen des Pedals in den Takten 19-27 (analog 30-38) gehören zum kontrapunktischen Arsenal dieser Fuge, sind aber so gängiges Allgemeingut der Zeit, daß ihnen nicht allzu starke Beweiskraft zukommen kann.

Tonsprachlich siedelt die Komposition eindeutig im vollentwickelten Hochbarock; ihre geringen “Unvollkommenheiten” könnten also nicht damit erklärt werden, daß man sie als Jugendarbeit Bachs auffaßte – dann sähe sie stilistisch anders aus. Von der Warte des Niveaus höchster Bachscher Meisterschaft aus weist das Trio einige Schwächen auf: so die etwas starre, schematische Formgebung, die den Gesamtfluß immer wieder ins Stocken bringt, ferner eine Thematik/ Motivik, die zu kurzatmig ist, um für die Entwicklung längerer Abläufe ausreichend tragfähig zu sein. Dennoch: hier sollte ein “in dubio pro reo” gelten – alles in allem liegt schließlich ein substanzvolles Werk vor, das mit seinem besinnlichen Wohllaut durchaus für sich einzunehmen weiß und stilistisch und tonsprachlich Bachs Urheberschaft in keiner Weise ausschließt. Dementsprechend ist das Trio auch in den VII. Band der NBA aufgenommen worden.

Zur Gliederung: der Eingangsgedanke (s.o.) wird in den Takten 1-18/ 19 in drei sechstaktigen Gruppen ausführlich verwertet; der anschließende Abschnitt (19-30) ist motivisch reicher ausgestattet.

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Zunächst wird dieses Motiv imitatorisch entwickelt, dann leitet – ebenfalls imitierend – der oben bereits an zweiter Stelle erwähnte Gedanke in eine sehr schöne Sequenzenkette über, in die wieder das erste Thema eingewoben ist. Die Partie wird, nach d-moll zurückführend, in anderer Tonlage wiederholt, danach kommt – in neuen Kombinationen – noch einmal der Eingangsteil zur Sprache (41-50/51). Eine kleine Coda rundet das Ganze ab.

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