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Mailabsender gesucht!

(Erledigt) Vor kurzem erhielten wir eine Mail von einem Nutzer, der interessante Vorschläge zur Farbgestaltung der Tabelle in der Werkbesprechung Toccata und Fuge d-moll (“dorische”) / BWV 538 unterbreitete. Doch leider stimmte die angegebene Mailadresse des Absenders nicht, so dass bislang keine Kontaktaufnahme möglich war. Der betreffende Nutzer mit den Initialien F. S. möge sich daher bitte noch einmal mit der korrekten Mailadresse an uns wenden. Vielen Dank!

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Entstehungszeit: Weimar (früh)

Schon in den ersten fünf Takten dieser Komposition, die man zusammen mit BWV 574, 579, 588/89 und auch 535 in die Kategorie der jugendlichen “Studienarbeiten” einreihen kann, stellt Bach die frugalen thematisch-motivischen Grundlagen bereit, von denen das Stück 152 Takte lang zehren wird:

 bwv569-1

Wie das Notenbeispiel zeigt, beginnt er mit improvisatorischer, auf zwei Stimmen verteilter Abwärtsbewegung, die im komplementärrhythmischen Gesamtergebnis eine Sechzehntelkette bildet. Das Pedal ruht derweil auf dem Grundton A als Orgelpunkt; harmonisch handelt es sich um eine auskomponierte Standardkadenz I-IV-V-I, anschließend bekräftigt durch eine doppelte I-V-I-Kadenz in Akkordschlägen. Während der Baß auf eine für das Weitere charakteristischen Weise in Bewegung gerät (s.o.), folgt im Manual (Takt 4) eine authentische Kadenz in Achtelwerten, in denen man die rhythmische Vergrößerung der vorangegangenen Sechzehntelgruppen erkennen kann. Damit ist die Devise ausgegeben, ist die Ausgangstonart klar umrissen und bekräftigt. Was wir nun bis zum Einsatz der kleinen Schlußtokkata (Takt 132) über den enormen Zeitraum von 128 Takten hören, ist im Grunde nichts weiter als eine sorgfältig und sauber gearbeitete Fantasie über den Rhythmus der eben erwähnten authentischen Kadenz in Achtelwerten! Er begegnet uns u.a. in Gestalt folgender Motive:

bwv569-2

Jedes dieser Motive wird mehrfach in sequenzierenden oder buxtehudisch insistierenden Reihungen durchgeführt und fortgesponnen, wobei der Kreis der zum a-moll-Bereich gehörigen Tonarten gründlich und vollständig abgeschritten wird. Bach gibt sich dabei große Mühe, durch unerwartete Wendungen (meist harmonischer Art) ein Gegengewicht zur vorprogrammierten rhythmischen Monotonie zu schaffen. Das gelingt nicht ganz – auch kleine rhythmische und motivische Weiterbildungen (Takte 73ff., 86ff. und 107ff.) vermögen daran nichts zu ändern. Umso erfrischender wirkt dann die Schlußtokkata (Takte 132-152), die die bis dahin so gut wie völlig beiseitegelassene Sechzehntelbewegung des Anfangs entfaltend aufgreift und dem Stück damit doch noch zu ansprechender Gesamtwirkung verhilft.

Das höchstwahrscheinlich in der allerersten Weimarer Zeit entstandene Werk spiegelt das intensive Bemühen des jungen Bach um handwerkliche Weiterbildung, um motivisch-thematische Konzentration, Konsequenz und Logik wider. Dass dabei das in früheren Kompositionen schon gewonnene musikalische Leben und die inspirative Phantasie allzu streng gezügelt, ja fast ausgetrocknet erscheinen, ist eine Begleiterscheinung dieser wichtigen Entwicklungsphase, die Bach in bald darauf folgenden Werken ein für allemal und glänzend zu überwinden wußte.

by-sa

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